Wenn die Pensionsvorsorge zu teuer wird

Sie wollen Ihre zu teuer gewordene Lebensversicherung, die eigentlich zur privaten Pensionsvorsorge gedacht war, loswerden? Dann gilt es aufzupassen, damit nicht schon Angespartes leichtfertig verloren geht:

1. Geht es nur um die monatliche Belastung, sollten Sie erst einmal in Ihre Versicherungsbedingungen schauen: so manches der neueren Produkte bietet im Fall der Arbeitslosigkeit maximal ein Jahr lang die Möglichkeit einer Prämienpause (-freistellung) an, ab und zu sogar mit der Zusatzleistung, dass die Versicherung in dieser Zeit für Sie die Prämienentrichtung übernimmt.

2. Wollen Sie auch in fernerer Zukunft keine Einzahlungen mehr leisten, kommt eine sogenannte Prämienfreistellung in Betracht. Achtung, sie ist aber erst möglich, wenn bereits ein ausreichender Deckungsstock (bei der klassischen Lebensversicherung) vorhanden ist, also nicht in den ersten Jahren, und es kommt immer zu Abschlägen. Wie hoch die ausfallen, kann man in speziellen Tabellen ablesen. Diese müssen bei Versicherungsabschluss beigelegt werden.

3. Kündigung: Seit 2007 gibt es eine verbesserte gesetzliche Regelung, die festlegt, dass die Abschlusskosten bei Neuverträgen auf die ersten fünf Jahre der Laufzeit aufgeteilt werden müssen. Bedeutet: Wer innerhalb der ersten fünf Jahre kündigt, muss nur einen entsprechenden Anteil der Abschlusskosten bezahlen (also etwa nach drei Jahren bloß drei Fünftel). Trotzdem konzentriert sich die Hauptkostenbelastung weiterhin auf die ersten Jahre und führt zur Faustregel, dass eine Kündigung während der - in etwa - ersten zwölf Jahre immer ein Verlustgeschäft ist.

Tipp: Wie viel Sie aktuell als Rückkaufswert erwarten dürfen, erfahren Sie bei neueren Lebensversicherungsverträgen anhand der bei Abschluss beigelegten Rückkaufswerttabelle, bei älteren Verträgen sowie bei der Fondsgebundenen heißt's bei der Versicherung aktuell nachfragen!

4. Secondhand-Markt: Eine Alternative zu den oft mageren Rückkaufwerten einer Lebensversicherung kann noch deren Verkauf auf dem Zweitmarkt sein. Etwa bei Cash Life oder Policen Direkt. Zwischen zwei und im besten Fall etwa 15 Prozent mehr als der übliche Rückkaufwert kann so drin sein, allerdings kommen nicht alle Lebensversicherungen dafür in Frage. Der aktuelle Rückkaufwert muss schon nennenswert sein (gewöhnlich gegen 10.000 Euro), die Restlaufzeit muss üblicherweise noch 15 Jahre betragen und es werden bloß klassische Er- bzw. Er- und Ablebensversicherungen angenommen.

Bei Lebensversicherungen mit Einmalerlag, die vor Ablauf von zehnjahren aufgelöst werden sollen, hat der Verkauf übrigens einen weiteren Vorteil: Die Nachversteuerung mit sieben Prozent fällt weg.

Weg mit der „Dynamik"?

Am Anfang sieht es ja ganz harmlos aus, wenn man eine sogenannte „Dynamik" bei der Prämienzahlung vereinbart. Als Inflationsschutz, damit das Kapital nach Jahrzehnten noch in etwa das wert ist, was es bei Abschluss war. De facto galoppiert diese Dynamik vielen Kunden aber irgendwann davon - welches Einkommen wird schon tatsächlich jährlich um drei Prozent oder mehr erhöht? „Diese Dynamikklausel kann man selbstverständlich kündigen. Für die Details muss man in die Vertragsbestimmungen schauen, üblich ist, dass ich jährlich mit Einhaltung einer bestimmten Frist einen Widerspruch abgeben kann. Kann man sich's Jahre später dann doch wieder leisten, kann man die Klausel dann auch wieder aufleben lassen.


Suchen