Welche Garantien gibt es?

Garantiert wird heutzutage vieles, die Frage ist nur, was. Grob gesprochen gibt es drei Arten: Kapitalgarantien, Zinsgarantien und Höchststandsgarantien. Die ersteren beiden sind einfach erklärt, unter dem Begriff Höchststandsgarantie summieren sich hingegen unterschiedliche Ausgestaltungsformen von Garantieversprechen, die aufgrund ihrer Komplexität für den Laien meist kaum zu verstehen sind.

Kapitalgarantie:

Sie deckt das Basisbedürfnis ab, dass man zumindest so viel zurückbekommen will, wie man eingezahlt hat. Typisch ist sie bei staatlich kreierten Produkten wie der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge oder auch der Abfertigung Neu, teils kommt sie auch bei Fondsgebundenen vor (z. B. „100 Prozent Bruttoprämiengarantie" bei StarKapital Garant der Donau Versicherung). Spart man über viele Jahre in so ein Produkt an, relativiert sich die Garantie, da sie den Geldverlust durch Inflation nicht berücksichtigt. Garantiert wird dabei aber jedenfalls das gesamte einbezahlte (!) Bruttokapital, nicht bloß jenes, das nach Abzug diverser Kosten veranlagt wird („Sparleistung").Anmerkung: Bei der Zukunftsvorsorge gesellt sich zur Kapitalgarantie aber immerhin der garantierte Erhalt der jährlich zugeschriebenen staatlichen Prämien, wenn man sich den Produktvorschriften entsprechend verhält (Durchhalten bis zum Enddatum und Auszahlung in Form einer lebenslangen Rente).

Zinsgarantie:

Ganz im Unterschied dazu die Zinsgarantie. Sie kommt typischerweise bei den klassischen Lebensversicherungen (wie Renten-, Er-und Ablebensversicherungen) vor. Derzeit werden bei Neuabschlüssen 2,25 Prozent Garantiezins versprochen. Klingt allerdings etwas besser, als es ist: Denn die 2,25 Prozent werden nur auf die Sparleistung gegeben, also Prämie abzüglich jenes Geldes, das für diverse Kosten (Verwaltungskosten, Ablebensversicherung etc.) draufgegangen ist. So beläuft sich die tatsächliche Garantie meist nur auf rund ein Prozent über dem eingezahlten Kapital. Trotzdem noch besser als die reine Kapitalgarantie.

Höchststandsgarantie:

Zu finden ist sie bei fondsgebundenen Lebensversicherungen sowie Fonds. Teils gilt sie für die gesamte Sparleistung, teils nur für einen Teil (z. B. beim „Garant-Solide dynamic" der Nürnberger Versicherung werden bloß 70 Prozent der Sparleistung in den Garantiefonds gelegt). Was dann genau unter der Höchststandsgarantie verstanden wird, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter, üblicherweise wird am Ende der Laufzeit ein bestimmter Prozentsatz (z. B. 80, 90 Prozent) des während des Veranlagungszeitraums erreichten Höchststands garantiert. Im schlimmsten Fall, wenn es bloß ständig zu Verlusten kommt, hat man damit bloß diesen Prozentsatz des eingezahlten Kapitals abgesichert. Auch bei der Höchststandsermittlung gibt es Unterschiede: Manche Anbieter bieten eine tägliche Ermittlung des Höchststands (z. B. 85 Prozent auf täglicher Basis beim United Fonds Of Success Garantie der Wiener Städtischen), andere hingegen seltener (z. B. 13-mal jährlich die Generali bei Future Invest).Achtung, die Häufigkeit der Ermittlung des Fondswerts ist nicht alles! Wichtig ist auch, wie häufig die sogenannten Garantiestichtage vorkommen. Bei Future Invest beispielsweise kommt alle fünf Jahre die Höchststandsgarantie (hier zu 100 Prozent von der Sparleistung) zum Tragen, dazwischen sind sowohl Gewinne als auch Verluste möglich.


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