Nachteile beim Wechsel einer Lebens- und Rentenversicherung

Immer öfter drängen Finanzvertriebe, Versicherungsmakler und Banken die Kunden dazu, ihre bestehenden Lebens- und Rentenversicherungen oder Fondssparpläne zu kündigen, um ihnen dann anschließend neue Produkte aus dem eigenen Haus zu verkaufen. Der Provisionsdruck bzw. die Provisionsgier ist offenbar so groß geworden, dass hier immer weniger Skrupel bestehen. Dies liegt aber auch daran, dass der Anteil der Provision im Verhältnis zum Festgehalt bei vielen Versicherungs- und Finanzvertrieben viel zu groß ausfällt. Dadurch entsteht ein enormer Druck bei den Vermittlern. Der Kunde hat bei einer Kündigung oder einem Wechsel seiner Altersvorsorge in der Regel ausschließlich wirtschaftliche Nachteile, da er bei dem neuen Anbieter wieder die vollständige Abschlussgebühr in den ersten drei bis fünf Jahren bezahlen muss. Außerdem verliert er den Zinseszinseffekt dieser Jahre, sowie seinen alten (höheren) Garantiezins.

Häufig werden Kunden geschönte Modellrechnungen vorgelegt, in denen etwa eine Fondsanlage mit 9 bis 12 Prozent Verzinsung hochgerechnet oder eine Rente mit 85 Jahren angenommen wird. Dies lässt die bisherige Anlage schlechter aussehen.

Es müsste dringend eine Änderung geschaffen werden: Entweder müsste der Provisionsanteil deutlich gesenkt und vorrangig die Beratung als solche bezahlt werden - dann hätten die Vermittler kein Motiv mehr für eine derartige Falschberatung. Oder dem Kunden müssten zumindest die Nachteile bei einer Kündigung bzw. einem Wechsel schriftlich offengelegt werden.


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