Lebensversicherung - ohne Anleihen geht es nicht

Die Schuldenkrise lässt die Anleihenmärkte verrückt spielen. Die Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf die meisten heimischen Anleger. Denn Staatsanleihen stecken in fast allen Finanzprodukten - von der geförderten Zukunftsvorsorge über die Lebensversicherung bis zur Pensionskasse.

Für eine im März 2012 fällige griechische Staatsanleihe beträgt die Rendite aktuell sagenhafte 234 Prozent. Trotzdem traut sich niemand zugreifen. Die Angst vor der Pleite Griechenlands ist zu groß.

Das andere Extrem sind deutsche Anleihen. Papiere mit zehnjähriger Laufzeit werfen nur mehr rund 1,7 Prozent ab. Auf der Suche nach einem sicheren Hafen greifen die Anleger wie wild zu. Da spielt es auch keine Rolle, dass die Verzinsung nicht einmal die Inflation abdeckt.

Während sich der deutsche Staat derzeit Geld so günstig wie noch nie borgen kann, müssen Italien und Spanien über fünf Prozent zahlen.

Große Investoren wie Lebensversicherungen oder Pensionskassen, die den Großteil ihres Kapitals in Anleihen investieren, stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Einerseits müssen sie das Risiko gering halten, andererseits soll für die Anleger noch ein Ertrag erwirtschaftet werden. Sie suchen daher nach einem Kompromiss zwischen den überteuerten deutschen oder amerikanischen Papieren und den Schuldenstaaten. Als solide Alternative werden Anleihen der skandinavischen Länder gehandelt. Auch Kanada und Australien gelten als attraktiv. In Osteuropa hat Polen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine Euro-Anleihe mit gut acht Jahren Laufzeit wirft derzeit 4,5 Prozent Rendite ab.


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