Klassische Lebensversicherung wieder im Trend

Lange Zeit galt sie als fade Veranlagung für Spießer, aber angesichts des Desasters an den Kapitalmärkten findet die klassische Lebensversicherung nun wieder zunehmenden Anklang. Und: Man bastelt an einer neuen Lebensversicherungsvariante!

Aktuell belaufen sich Garantiezins und Gewinnbeteiligung bei den klassischen Lebensversicherungen im Durchschnitt auf zusammen 4,125 Prozent. Davon sind 2,25 Prozent bei Neuverträgen jedenfalls garantiert, bei älteren Verträgen ist die Garantie sogar noch höher. Wie viel dann im Einzelfall am Ende wirklich herausschaut, hängt natürlich auch von der Versicherungsdauer ab. Als Faustregel gilt: Je älter der Vertrag, umso weniger Blasen und Krisen stören das Ergebnis. Auch das Alter des Versicherungsnehmers spielt eine kleine Rolle, schließlich ist bei der klassischen Variante eine Ablebensversicherung dabei.

Bei der UNIQA beispielsweise erhält ein 1964 geborener Mann, der 15 Jahre lang jährlich 2.400 Euro einbezahlt hat, aktuell 46.600 Euro heraus, was einer Effektivverzinsung von 3,169 Prozent entspricht. Ein 1959 geborener Mann, der seine 2.400 Euro schon 20 Jahre lang einbezahlt hat, darf sich über 73.400 Euro freuen - was eine Effektivverzinsung von immerhin 3,887 Prozent bedeutet.

Die Renaissance der klassischen Lebensversicherung

Angesichts der aktuellen Kapitalmarktturbulenzen erlebt die klassische Lebensversicherung eine Renaissance. Die aktuellen Zahlen des Versicherungsverbands zeigen, dass sich im Jahr 2008 das Prämienvolumen der Lebensversicherungen insgesamt um 2,2 Prozent erhöht hat und für 2009 rechnet man auch noch mit einem zarten Wachstum von 0,8 Prozent - wohlgemerkt für alle Lebensversicherungsprodukte. Denn schon 2008 war eine Umverteilung von der fondsgebundenen hin zur klassischen Lebensversicherung spürbar und die Kunden dürften in nächster Zukunft noch stärker zur sicheren Variante greifen.

Was die Veranlagung betrifft, so sind die aufsichtsrechtlichen Vorschriften immer schon streng, und genauso wie die Versicherungsnehmer meiden die Versicherer selbst eine risikoreiche Kapitalveranlagung - schließlich müssen sie ohne externe Garantiegeber einen Garantiezins von 2,25 darstellen. Spekulative Finanzinstrumente sind per se für klassische Lebensversicherungen ausgeschlossen. Der Deckungsstock der Versicherer setzt sich aus festverzinslichen Wertpapieren, Immobilien und Aktien zusammen, wobei der Aktienanteil unter vier Prozent beträgt.

Kapitalanlageorientierte Lebensversicherung als neue Kategorie der Lebensversicherung

Bis April 2009 soll es zu einer Gesetzesnovelle kommen, die mit der „kapitalanlageorientierten Lebensversicherung" eine neue Kategorie von Lebensversicherung ermöglicht - neben der fondsgebundenen, der klassischen Lebensversicherung und der staatlichen Zukunftsvorsorge. Das Besondere daran: Je nach Tarifgruppe können Kapitalanlagestrategien gewählt werden, die keiner der anderen Versicherungsvarianten zugeordnet werden können. Ein Garantiezins ist vorgesehen; etwaige Fehlveranlagungen dürfen nicht den gesamten Deckungsstock einer Versicherung treffen, sondern nur die betreffende Gruppe von Verträgen. An den Produktdetails sind die Versicherungen erst am Tüfteln, die Branche freut sich jedenfalls über die Möglichkeit, bald eine neue Variante an Lebensversicherungen mit Garantie anbieten zu können - gerade jetzt, wenn die Nachfrage nach sicheren Veranlagungsformen wieder steigt.

Typisch klassische Lebensversicherung

Auszahlungsart: Es lässt sich wählen, ob man einmalig das gesamte Kapital bekommt oder lebenslang eine monatliche Rente bezieht.

Garantie: Der aktuelle Garantiezins beträgt 2,25 Prozent vom angesparten Kapital (der zum Abschluss gültige Zinssatz ist stets derjenige, der für die gesamte Laufzeit gilt).

Rendite: Zum Garantiezins kommt noch jährlich die Gewinnbeteiligung, die im Nachhinein festgelegt wird - je nachdem, wie gut die Veranlagungsergebnisse aussehen.

Geringe Schwankungen: Die klassische Lebensversicherung weist im Vergleich zu anderen Veranlagungen geringe Schwankungen auf, weil erstens konservativ veranlagt wird, zweitens die Versicherer in guten Jahren Reserven für schlechte Jahre aufbauen, um dann schlechte Ergebnisse etwas auffetten zu können.

Beiträge: Sie werden monatlich, quartalsweise oder jährlich geleistet. Am günstigsten ist die jährliche Zahlungsweise per Dauerauftrag! Ab rund 20 Euro im Monat ist man dabei.


Suchen