Einbruch - Wann die Versicherung zahlt

Wer nur die Tür ins Schloss fallen lässt, ohne zuzusperren, darf sich nicht wundern, wenn die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt. Das wird in der Regel nicht zugegeben, sondern schlichtweg behauptet, dass zugesperrt war. Das Problem: Die Sachverständigen der Versicherungen sind auf Zack. Sobald ein Schloss nicht mit dem Originalschlüssel aufgesperrt worden ist, gibt es Spuren. Übrigens: Einmal umdrehen hätte schon genügt...

Einbruch - Versicherung zahlt nicht bei gekipptem Fenster

Beim gekippten Fenster taucht in der Praxis das Problem auf, dass man den Einbruchdiebstahl gar nicht beweisen kann. Die Einbrecher haben eine eigene Technik, mit Schnüren und Gurten einzusteigen, das hinterlässt keinerlei Spuren. Da gilt das Gleiche wie bei der nur zugeworfenen Tür. Bezahlt wird demnach nur, wenn der Täter

  • durch Eindrücken oder Aufbrechen von Türen, Fenstern oder anderen Gebäudeteilen eindringt;
  • durch Öffnungen einsteigt, die nicht zum Eintritt bestimmt sind und ein erschwerendes Hindernis darstellen;
  • heimlich einschleicht und aus den abgeschlossenen Räumlichkeiten Sachen entwendet;
  • mit Werkzeugen oder schlossfremden und/oder widerrechtlich nachgemachten Schlüsseln eindringt;
  • mit richtigen Schlüsseln eindringt, die er sich durch Einbruch in andere als die versicherten Räumlichkeiten oder durch Beraubung angeeignet hat.

Pech bei Originalschlüssel

Heutzutage kann man anhand der Spuren, die im Schloss hinterlassen werden, beispielsweise nachweisen, dass es sich um einen Nachbauschlüssel eines gesperrten Sicherheitsschlüssels handelt. Dann wäre der Fall von der Versicherung gedeckt.

Durch die Finger sieht man hingegen, wenn mit einem Originalschlüssel aufgesperrt wurde, ohne dass man beweisen kann, dass er im Zuge eines vorangegangenen  Einbruchs oder Raubs verschwand. Da ist besonders bei Unternehmen oft ein Problem, den Überblick zu behalten, wer aller überhaupt einen Schlüssel hat.

Übrigens: Im Fall von Garagentoren, die für Fernbedienung durch Ultraschall eingerichtet sind, handelt es sich bei einem Ultraschall-Bedienungsgerät in Verbindung mit einem Frequenzprüfgerät oder einem falschen Ultraschallgerät auch um ein „Werkzeug" im Sinn der Versicherungsbedingungen. Die Folge: Die Versicherung muss ebenfalls zahlen.

Alarmanlagen-Rabatt besser sparen

Wer eine Alarmanlage hat oder gerade einen Einbau plant, dem wird vom eifrigen Versicherungsvertreter meist ein Rabatt angeboten. So ein Rabatt bringt im Schnitt etwa fünf Prozent Prämienersparnis. Das ist aus Sicht der versicherungsexperten eine unverhältnismäßig geringe Ersparnis gegenüber dem Risiko, dass man die Alarmanlage beim Einbruch gerade nicht eingeschaltet hat. Denn in diesem Fall verweigert die Versicherung ihre Leistung zur Gänze, im Versicherungsjargon heißt das „schwere Obliegenheitsverletzung". Denn wer Alarmanlagenrabatt bezieht, muss das Gerät dann auch stets eingeschaltet haben, so die Regel.

Tipp: Besser auf den Rabatt verzichten! Die Statistik der Polizei unterstreicht das - schließlich sind bei rund 50 Prozent aller Einbrüche vorhandene Alarmanlagen gerade nicht eingeschaltet!

Wertgegenstände: nur im Safe hoch versichert

Den höchsten Ersatz für gestohlene Wertgegenstände (Bargeld, Münzen, Schmuck etc.) von der Versicherung kann man sich erwarten, wenn man sie in einem Safe gelagert hat - je höher die Sicherheitsstufe, desto besser. Kein Wunder, dort kommen sie ja auch seltener weg. Neben dem Safe gibt es in den meisten neueren Haushaltsversicherungen drei weitere Abstufungen: versperrt (Schrank, Kommode etc., Hauptsache zugesperrt und der Schlüssel abgezogen), unverschlossen sowie freiliegend. Für Letzteres gibt es natürlich den geringsten Ersatz, jedenfalls nicht mehr als etwa 500 Euro.

Tipp: Alte Versicherungsverträge kennen die Kategorien „unverschlossen“ und „freiliegend“ noch nicht! - Vielleicht mit ein Grund, Ihren Haushaltsversicherung oder Eigenheimversicherungsvertrag wieder einmal zu erneuern.

Rechtzeitig dokumentieren

Versicherungsexperten raten rechtzeitig eine Dokumentation anzulegen. Heißt: Einzelfotos von Schmuckstücken, Notieren von Gravierungen, falls vorhanden Rechnungen dazulegen, ansonsten idealerweise die Bestätigung eines Juweliers. Das Gleiche gilt bei Teppichen, Gemälden, Antiquitäten. Am besten eine Kopie der Dokumentation dem Versicherer zu übergeben und das Original außerhalb der Wohnung aufzubewahren, schließlich schützt man sich so nicht nur gegen Einbrüche, sondern auch gegen Brand etc.

Auch für bescheidenere Haushalte zahlt es sich aus, zumindest irgendwo zu notieren, wie viele Philharmoniker und Silbermünzen in welcher Stückelung man eigentlich zu Hause hat. Denn, ein Einbruch nimmt einen auch psychisch mit, man ist so fertig, dass man meist nicht gleich parat hat, was genau alles weg ist.

Schließlich gilt es noch, Unterversicherung zu vermeiden. Als Faustregel gilt: Wer einen Einzelwert von rund 3.500 Euro zusätzlich anschafft und in seine Wohnung stellt, sei es ein wertvolles Möbel, Schmuckstück oder Gemälde, sollte das der Versicherung oder seinem Makler melden.

Home-Office extra versichern!

Achtung, was viele, die von zu Hause aus arbeiten, nicht wissen: Ihr berufliches Equipment ist nicht automatisch mit Ihrer Haushaltsversicherung oder Eigenheimversicherung gedeckt, zählt es doch nicht zum privaten Haushaltsinventar. Es ist allerdings nicht immer gleich nötig, extra eine Bürobündelversicherung dafür abzuschließen: „Einige Versicherungen bieten zur Haushaltsversicherung einen Extra-Baustein „Home-Office“ an, der einen Schaden daran bis zu 30 oder 40 Prozent der Versicherungssumme deckt, und zwar sogar prämienfrei". Fehlt dieser (Gratis-)Baustein allerdings, schauen Sie nach einem Einbruch durch die Finger!

Spartipp für Selbständige

Ein Spartipp für Unternehmen ist die sogenannte Bruchteilsversicherung. Dabei wird als Versicherungssumme z. B. nur 40 Prozent der Vollversicherungssumme der kaufmännisch technischen Betriebseinrichtung zur Prämienbemessung herangezogen. Solche Lösungen sind besonders dort interessant, wo es sich um sperrige Einrichtungsgegenstände handelt, die kaum zur Gänze entwendet werden können.


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